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Abenteuer Blattvergoldung

  • Autorenbild: Stefan Eisenhut
    Stefan Eisenhut
  • 10. März
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. März

Eigentlich stehe ich generell nicht sehr auf Gold und Goldschmuck im Speziellen. Für mein neuestes Bild jedoch fand ich spontan, dass dieses farblich perfekt in einen feinen Goldrahmen passt. Ich hatte ziemlich klare Vorstellungen wie dieser aussehen sollte: dunkler Schattenfugerahmen mit einer feinen goldenen Sichtkante. Da ich bei meinem Rahmenlieferanten nichts in dieser Art finden konnte, liess ich einen schwarzen Schattenfugerahmen auf Mass anfertigen und beschloss, die Vergoldung selbst vorzunehmen. Im Internet habe ich mich schlau gemacht, was es dazu braucht und wie man dies macht und schon konnte ich in dieses kleine Abenteuer starten:


Speziell an meinem fertigen Goldrahmen ist nun, dass er auch auf der Rückseite - dort, wo man es gar nicht sieht - teilweise vergoldet ist. Irgendwo musste ich ja meine ersten Gehversuche mit der Blattvergoldung machen und damit ich nicht gleich den ganzen neuen Rahmen aufs Spiel setzte, beschloss ich, dafür die rückseitige Innenkante des Rahmens zu verwenden. Diese Versuche haben sich durchaus gelohnt, denn die Blattvergoldung erwies sich als ziemlich knifflig, auch wenn ich den Prozess für meine Zwecke etwas vereinfacht habe.


Nach einem Tag mit Versuchen auf der Rückseite des Rahmens habe ich mich am folgenden Tag schliesslich auf die Vorderseite gewagt. Zuerst habe ich mit Klebband alle angrenzenden Flächen abgeklebt. Diese sollen schwarz bleiben und mit einer sauberen Kante gegenüber dem Gold abgegrenzt sein. Anschliessend habe ich die Sichtkante des Rahmens drei Mal grundiert, damit sie gegenüber dem unterliegenden Holz abgedichtet ist. Ich habe gelesen, dass dies eine wichtige Voraussetzung ist, damit die Blattvergoldung gelingt und die Metallschicht sauber auf dem Untergrund haftet. Anschlissend trage ich mit einem Pinsel eine feine Schicht des Klebers, der sogenannten Anlegemilch auf. Und ab dann wird es zeitkritisch: Die Anlegemilch muss 15 min antrocknen und dann hat man etwa 5min Zeit, das Blattgold aufzutragen. Aus den Versuchen auf der Rückseite habe ich gelernt, dass

ich in diesen 5min nicht mehr als eine der 80cm langen Kanten mit Blattgoldstreifen belegen kann. Deshalb musste ich die vier Sichtkanten des Rahmens in vier Etappen vergolden. Die grösste Herausforderung fand ich die Handhabung der hauchdünnen Blattgoldbogen, die bei jedem Atemzug davonzufliegen drohen und bei jeder Berührung gleich reissen. Die Folienbogen im Format 8/8cm musste ich für meine Zwecke in schmale Streifen schneiden. Dazu lege ich einen Bogen sachte auf ein Stück Seidenpapier und schneide mit der Schere einen schmalen Streifen ab. Dann hebe ich den Goldstreifen mit Hilfe eines weichen, breiten Pinsels an und platziere ihn auf den Rahmen, leicht überlappend mit dem letzten Streifen. Mit einem weichen runden Pinsel, dem Vergolderpinsel, tupfe ich die Goldfolie nun vorsichtig auf der haftenden Schicht mit Anlagemilch fest. Die überschüssige Folie lässt sich nach dem Trocknen leicht mit einem weichen Baumwoll-Lappen abwischen. Mit echtem Blattgold wäre der Prozess nun bereits abgeschlossen. Ich habe jedoch für meine ersten Gehversuche mit der Blattvergoldung aus Kostengründen erst mal eine günstigere Folie mit einer Kupfer-Zink-Legierung verwendet. Da dieses Metall sich im Unterschied zu echtem Gold mit der Zeit verfärben würde, musste ich die Goldkante meines Rahmens zum Schluss mit einer feinen Lackschicht vor Oxidation schützen.


Falls ich wieder einmal einen Goldrahmen für eines meiner Bilder benötigen sollte, würde ich mich nun auch getrauen, diesen mit echtem Blattgold zu vergolden.



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